Betrieb, Fehlersuche und -behebung
- Lightstone Technisches Merkblatt
Lightstone wird im Produktionsprozess dreimal vorab auf fehlerfreie Funktion getestet und ist bauartbedingt prinzipiell und dauerhaft wartungsfrei. Durch die technische Konstruktion und Qualität der verwendeten LED-Technik und den massiven Blockverguss der elektronischen Baugruppen ist die Leuchte vor eindringender Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen hinreichend geschützt. Die zu erwartende Lebensdauer macht auch einen Leuchtmittelwechsel überflüssig. Sie können jedoch durch Schadenskontrolle bei Arbeiten in der Nähe, eine geschickte Steuerung der Betriebszeiten, vor allem aber schon bei der Erstellung der Gesamtanlage dazu beitragen, die Funktion Ihrer Lichtinstallation dauerhaft zu erhalten:
1. Sicherung bei Erstellung
Witterung
Aktuelle LED-Technik reagiert durch die zunehmende Verkleinerung der Einzelbauteile und der Leiterbahnen der Platinen außerordentlich empfindlich selbst auf geringste Mengen eindringender Feuchtigkeit. Vermeiden Sie daher jegliche bauseitige Installationsarbeiten bei Regen, Schnee, Frost und an Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Legen Sie Kabelenden, auch die der vorbereiteten Verbindungskabel, nie offen auf dem Erdreich ab! Lagern Sie Leuchten und Kabel bis zum endgültigen Einbau ununterbrochen in trockenen Räumen.
Nachtabsicherung
Lassen Sie, besonders abisolierte, Kabelenden an der Baustelle nicht länger oder gar über Nacht offen liegen, sondern schützen Sie sie ggf. mit einer Muffe auch vor geringsten Feuchtigkeitsmengen oder länger einwirkender Luftfeuchtigkeit.
Geschützte Vorinstallation
Bei größtenteils gleichbleibenden Leuchtenabständen empfiehlt sich die Vorinstallation zu Leuchtenketten in der geschützten Werkstatt mit ihren ohnehin besseren Qualitätsbedingungen, so dass bauseitig nur noch komplett vorgefertigte und dichte Abschnitte anzuschließen sind (s. „Einbauhinweise Elektroinstallation“).
Muffeninstallation
Stellen Sie sicher, dass die von Ihnen gewählten Kabelverbindungen zum Anschluss der Leuchten bauartbedingt für das Projekt geeignet sind, den spezifischen Anforderungen der baulichen Situation entsprechen und mit größter Sorgfalt verarbeitet werden.
Beachten Sie bei Verwendung der angebotenen Lötverbinder mit Schmelzkleber-Schrumpfmuffe unbedingt die Informationen in unseren Merkblättern „Warnung vor Wasserschäden“ und „Installation Lötverbinder“. Fordern Sie besonders bei größeren Projekten eine verarbeitete Muffe als Vorlagemuster an und halten Sie sich penibel an die beiliegenden Verarbeitungstipps und die entsprechenden Einzelschritte.
Durch die zeitliche Verschleppung der Auswirkungen gerade kleinster Mengen Feuchtigkeit treten Sorglosigkeiten bei der Installation erst viel später zu Tage und haben bis dahin selbst bei fehlerhafter Verarbeitung nur einer Verbindung oft weitreichende Folgeschäden verursacht, die nur schwer zu lokalisieren und einzugrenzen sind.
Vermeiden Sie, auch kurzfristigste, Kurzschlüsse oder Überspannungen bei der Installation. Diese scheinen zunächst folgenlos zu bleiben, setzen die Lebensdauer der LED aber erheblich herab.
2. Revisionsfähige Verlegung
Durch die frei schwimmende Verlegung mit der Pflasterdecke ist Lightstone im Schadensfall oder zur Fehlersuche besonders leicht und mit minimaler Beeinträchtigung des umgebenden Pflasters auszubauen und zu ersetzen. Um diese in jeder Hinsicht kostengünstige Option zu erhalten, beachten Sie bitte schon bei der Installation die folgenden Grundsätze:
- Verlegen Sie das Kabel einer Leuchtenkette immer auf kürzestem Weg und unter einer durchgehenden Pflasterreihe zwischen zwei Leuchten. Sie vermeiden so im Schadensfall das Aufnehmen größerer Pflasterflächen.
- Ordnen Sie das Anschlusskabel und die Verbindungsmuffe immer in einer Schlaufe direkt unter der Leuchte an, bei Verlegung in Beton in einem schützenden Stück 50-mm-Leerrohr und/oder einem Plastikbeutel. Sie können so, sofern keine Feuchtigkeit in die Verkabelung eingedrungen ist, eine neue Leuchte unmittelbar an das abgeschnittene Kabel der alten anschließen.
- Führen Sie das Verbindungskabel bei Pflasterverlegung in Beton in einem 25-mm-Leerrohr (siehe Merkblatt „Einbau Leerrohr in Beton“). So können Sie nicht nur eine defekte Leuchte, sondern auch durchfeuchtete Kabel ohne jeden Eingriff in die Pflasterflächen austauschen.
- Ordnen Sie zusammenhängende Leuchten in nachvollziehbaren Linien/Gruppen an, um bei einer evtl. Instandsetzung die Installation überschaubar zu halten. Bilden Sie eher kürzere Ketten mit mehreren kleineren Trafos oder gesonderten Zuleitungen, um bei einer Fehlersuche den Schadensbereich schon im Vorfeld einzugrenzen.
3. Betrieb/Lebensdauer
Trotz der extrem langen Lebensdauer heutiger LED und der optimalen Betriebstemperatur von Lightstone sind die tatsächlichen Standzeiten durch die Definition der „Halbwertzeiten“, deren Berechnungsgrundlagen und die tatsächlichen Betriebsbedingungen nur schwer prognostizierbar. Sie können durch sinnvoll angepasste Betriebszeiten zu einer hohen Nutzungsdauer Ihrer LED-Installation beitragen:
- Nutzen Sie Lightstone trotz der verlockend niedrigen Betriebskosten nicht als durchgehende „Notbeleuchtung“, sondern möglichst nur während der für den jeweiligen Zweck erforderlichen Betriebszeiten (tatsächliche Betriebszeiten des ÖPNV, Publikumszeiten in Fußgängerzonen und vor öffentlichen Gebäuden, etc.).
- Ordnen Sie ggf. eine gesonderte Dämmerungsschaltung (Betriebsbeginn) und/oder eine gesonderte Zeitschaltuhr (Betriebsende) an, um Lightstone-Warn- und Leitlinien vom Betrieb durchgehend brennender Mastleuchten abzukoppeln und so die Betriebsdauer zu minimieren.
4. Unterhaltung/Kontrolle
Lightstone erfordert bauartbedingt keinerlei Wartung. Es empfiehlt sich aber, bei turnusmäßigen Revisionsbesuchen in einer Gesamtanlage auch die Bodenleuchten auf sichtbare grobe Beschädigungen (Risse, große Abplatzungen, Diebstahl) zu kontrollieren. Sichern Sie bei Erkennen eines Schadens die betroffene Leuchte umgehend gegen möglicherweise eindringende Feuchtigkeit (s.u., „Fehlerbehebung“).
Entfernen Sie ggf. die betroffene Leuchte und sichern Sie die verbleibenden Kabelenden mit einer Muffe gegen Feuchtigkeit. Sollte der Schaden schon älter sein, nehmen Sie auch die benachbarten Leuchten der Reihe auf, trennen das von der betroffenen Leuchte ankommende Kabel dort ab und verschließen den weiterführenden Strang mit einer Muffe, um evtl. schon in das Kabel eingedrungenes Wasser von den noch nicht betroffenen Leuchten fernzuhalten.
5. Fehlerbehebung
In praktisch allen uns bekannten Fällen sind Fehlfunktionen oder Ausfälle einer Lightstone-Installation nicht auf die Leuchten selbst, sondern auf das Eindringen meist minimaler Wassermengen in die Kabelverbindungen zurückzuführen. Erkennbar sind solche Schäden durch das typische „Trafoblinken“ bei dem der LED-Treiber den durch Feuchtigkeit verursachten Kurzschluss registriert, die Stromzufuhr unterbricht, nach Sekunden wieder freischaltet, wieder abschaltet, usw.
Selten ist dafür eine zerstörte Leuchte die Ursache, sondern fast immer sukzessive eindringende geringste Feuchtigkeitsmengen an nicht sorgfältig genug installierten Verbindungsstellen/-muffen, die äußerlich nicht zu erkennen sind. Die Fehlersuche gestaltet sich dementsprechend schwierig.
Haftungsausschluss
Die nachfolgenden Tipps sind als „Rahmenplan“ für die Fehlersuche anzusehen, dabei aber unbedingt durch den ausführenden Elektrofachbetrieb auf ihre Eignung projekt- und installationsbezogen nach den geltenden Vorschriften zu prüfen und abzustimmen. Eine Haftung für davon ausgehende Schäden durch uns kann aus diesen Hinweisen in keiner Weise abgeleitet werden.
Testsicherung
Trennen Sie die betroffene Installation vom LED-Treiber/Trafo in der Mastleuchte ab und schließen Sie probeweise eine einzelne lose Leuchte oder einen anderen gleichartigen Verbraucher direkt an den LED-Treiber an, um Trafofehler auszuschließen.
Sichtprüfung
Untersuchen Sie durch Sichtprüfung die einzelnen Leuchten der betroffenen Kette auf mechanische Beschädigungen. Auch größere Kantenabplatzungen sind dabei typischerweise unbedenklich. Offensichtliche Risse in Richtung der mittigen LED-Baugruppe deuten jedoch auf dort eingedrungenes Wasser hin. Entfernen Sie in diesem Fall die betroffene Leuchte. Die beiden verbleibenden Einzelstränge sollten bei provisorischem Anschluss an die 12V-Versorgung funktionieren. Falls nicht, sind offenbar noch weitere Leuchten des noch blinkenden Strangs betroffen. Tauschen Sie trotzdem in jedem Fall auch die beiden benachbarten Leuchten aus und kontrollieren Sie dabei, dass das von dort weiterführende Kabel keinerlei Korrosion oder Verfärbungen selbst einzelner Litzen zeigt. Ansonsten ist auch hier ein Austausch vorzunehmen.
Test 1: Zerstörende Fehlersuche
Der schnellste Weg zur Lokalisierung einer verdeckt kurzgeschlossenen Leuchtenplatine ist die „rustikale“ Methode: Trennen Sie dazu die Leuchtenkette am Einspeisepunkt des mit Sicherungselementen ausgestatteten Treibers ab und ersetzen Sie die 12V-Einspeisung durch eine ungesicherte 12V-Energiequelle (Baustellenakku, Autobatterie, o.ä.). Sie vermeiden so außerdem die Umprogrammierung/Überbrückung der vorhandenen Zeitschaltuhr im Tageslicht.
Üblicherweise führt die unregulierte Stromzufuhr zum Platzen des LED-Treibers auf der Platine der kurzgeschlossenen Leuchte und so zum Aufsprengen eines Risses oder zum Abplatzen eines Teils des Leuchten-Glaskörpers. Auch wenn nicht mit einer Streuung einzelner Bruchstücke zu rechnen ist, sollten die in Frage kommenden Leuchten mit einem Stück Gummimatte abgedeckt werden.
Bei sehr großen Zuleitungslängen bis zur Leuchtenreihe oder großen Leuchtenabständen und einem dadurch langen Weg bis zum letzten Verbraucher kann die gewünschte Reaktion durch die abfallende Energiemenge ausbleiben. Nutzen Sie dann einen näher gelegenen Einspeisepunkt. Sofern keiner vorhanden ist, bietet sich als Einspeisepunkt die letzte Leuchte einer Kette an, weil diese nach dem Trennen ohne weitere Abzweigung am leichtesten wieder mit einer neuen Verbindungsmuffe an die Gesamtinstallation angeschlossen werden kann.
Bei Fehlschlagen der „Brachialmethode“ oder sehr langen Wegen zwischen der ersten und letzten Leuchte kann der Test von der Mitte der Leuchtenreihe aus wiederholt werden. Sollte auch dieser Versuch ergebnislos verlaufen, kann die dafür freigelegte Muffe/Verbindungsstelle gleich für die weitere Fehlersuche durch Eingrenzung genutzt werden.
Test 2: Eingrenzende Fehlersuche
Legen Sie dazu ein provisorisches Kabel vom regulären LED-Treiber/Trafo in der Mastleuchte direkt zum aufgenommenen Verbindungspunkt und schließen Sie die beiden Reihenhälften nacheinander an. Durch die Kurzschlusssicherung des regulären Treibers sollte die Reihenhälfte mit der defekten Leuchte weiter blinken, die andere wieder funktionieren.
Wiederholen Sie die Fehlereingrenzung von der Mitte der jeweils verbleibenden Reihenhälfte aus bis Sie die betroffene(n) Leuchte(n) lokalisiert haben. Tauschen Sie auch hier die jeweils benachbarten Leuchten ebenfalls aus! Da die zerstörende Feuchtigkeit in den uns bekannten Fällen stets über eine fehlerhaft verarbeitete Muffe/Verbindungsstelle eingedrungen ist, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von Feuchtigkeit auch in den unmittelbar weiterführenden Kabeln auszugehen. Mittelfristige Folgeschäden wären so vorprogrammiert.
Bitte beachten Sie
- Ein Feuchteschaden in einer Leuchte ist nicht immer an einem korrodierten Anschlusskabel oder gar „Grünspan“ zu erkennen, da aktuelle LED-Systeme und Platinen schon durch geringste Feuchtigkeitsmengen zerstört werden können.
- Bei Lokalisierung einer durch Wassereinwirkung zerstörten Leuchte sollte durch die Ausbreitung von Feuchtigkeit in der Gesamtanlage die unmittelbar benachbarten Leuchten in jedem Fall ebenfalls ersetzt werden. Dies ist durch die niedrigen Beschaffungskosten der Leuchten typischerweise deutlich kostengünstiger als die nächste Fahrt zur Suche und Behebung eines absehbaren Folgeschadens.
Leuchtenaustausch
Da feuchtigkeitsgeschädigte LED-Baugruppen ohnehin irreparabel sind, ist beim Austausch einer Leuchte meist der „zerstörende Ausbau“ mit einem Akku-Bohrhammer zu empfehlen. Auf diese Weise wird auch ohne Zerren das darunter liegende Kabel für den etwaigen Anschluss der Ersatzleuchte freigelegt. Durch das vorsichtige Ausstemmen der Leuchte bleibt das umgebende Pflaster unbeeinträchtigt.
Besonders bei relativ neuen Pflasterflächen ist oft das Entfernen einer einzelnen Leuchte mit einem Pflasterheber möglich, ohne benachbarte Pflastersteine ebenfalls aufzuhebeln. Bei zu schmalen oder bereits versotteten Fugen können diese mit einem Spachtel so weit wie möglich ausgekratzt und die Leuchte mit einem einzubohrenden Schwerlastdübel nach oben ausgezogen werden (Dazu ggf. die Schraube durch einen Zugbügel mit darunterliegenden Bohlen- oder Balkenstücken gegen das umgebende Pflaster abdrücken). Noch einfacher kann dies bei zerstörtem oder abgestemmtem Glaskörper durch das Eindrehen einer entsprechend großen Holzschraube in das Gummi des Kabelkanals gelingen.
6. Sanierung bestehender schadhafter Anlagen
Durch die günstigen Beschaffungskosten, den extrem leichten Einbau ohne Unterkonstruktion und die Formatvielfalt wird Lightstone häufig als Ersatz in defekten Anlagen älterer Bauart eingesetzt. Da diese Bestandsleuchten fast ausnahmslos durch Feuchtigkeit zerstört wurden und nach der Stilllegung durch undichte Gehäusekonstruktionen, Schraubverbindungen und versprödete Dichtungen oft jahrelang größere Wassermengen eindringen konnten, ist in jedem Fall von einer Durchfeuchtung der verbindenden Kabel auszugehen.
Eine Lightstone-Installation sollte daher in keinem Fall an solche bestehenden alten Verkabelungen, auch nicht in Teilabschnitten, angeschlossen werden, weil die in den vorhandenen Kabeln vorhandene Feuchtigkeit sukzessive in die neuen Leuchtenelemente eindringen und diese ebenfalls unüberschaubar beschädigen und zerstören würde.
Bei vorhandenem Leerrohr sind hier neue Kabel einzuziehen. Bei einer, recht unaufwendigen, Neuverkabelung in der Pflasterbettung hilft Ihnen unser Merkblatt „Nachträglicher Einbau“.
Schadensprüfung
Auch wenn bislang keine Fälle bekannt sind, bei denen eine fehlerhafte Leuchtenkonstruktion oder -verarbeitung oder ein Platinenfehler zum Ausfall einer Anlage geführt hätte, sind wir stets an der Suche nach potentiellen Schwachstellen und der weiteren Qualitätsoptimierung interessiert. Sollten Sie uns nach Absprache eine fehlerhafte Leuchte zur Prüfung zurückschicken wollen, sichern Sie bitte unmittelbar nach Ausbau der Leuchte das Kabelende mit einer Klebermuffe, entsprechendem Schrumpfschlauch o.ä. gegen eindringende Feuchtigkeit, um das Ergebnis einer Ursachenprüfung nicht durch nachträgliche Einflüsse zu verfälschen.
